Zuallererst muss man wissen, dass Lehrkräfte nicht einfach vom Himmel fallen und sie es nicht immer so leicht haben, wie es manchmal scheint. Denn die erste Entscheidung auf dem Weg zum Lehrerdasein ist es, als ziemlich mittelloser Student bis zu sieben, gegebenenfalls sogar noch mehr Jahre zu studieren. Es ist teilweise auch sehr schwierig, die Tätigkeit als Lehrer:in mit dem eigenen Privatleben zu vereinbaren, zum Beispiel, weil man oftmals auch am Wochenende arbeitet. Dies ist jedoch eine Tatsache, mit der Lehrer:innen umgehen können müssen. Ein paar regeln dieses Problem z.B. mit festen, selbst auferlegten Arbeitszeiten am Wochenende. Es tätigten aber auch eine Handvoll an Befragten die Aussage, dass es ebenso Vorteile bringt, als Lehrperson zu arbeiten, denn viele haben nun einmal Kinder, und die Arbeits- und Schulzeiten sind sehr kompatibel miteinander. Außerdem gibt es auch den Vorteil, dass man im Gegensatz zu anderen Berufen die Sommerferien zu großen Teilen genießen kann. Ob das einem sein Wochenende wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch kann sich noch ein Problem bilden, wenn man während seines Studiums die Angst entwickelt, dass der Lehrberuf doch anders als gedacht sein könnte und schließlich in einer Enttäuschung endet. Dies ist auch ein Grund, warum viele angehende Lehrkräfte das Studium abbrechen oder gar nicht erst anfangen. Das Studium an sich ist aber auch nicht ganz perfekt, denn viele Studierende und jetzige Magister:innen beschweren sich über die Tatsache, dass im Verlauf ihres Studiums viel zu wenig didaktische Kenntnisse gefordert werden. Zwar wird später im Master diese Fähigkeit, Wissen zu vermitteln, gelehrt, jedoch hilft dies eben nicht mehr, wenn bis dahin die Hälfte der Studierenden abgebrochen hat.
Allerdings bekommt jeder trotz der langen Vorbereitung ein ganz besonderes Lampenfieber, wenn man vor der ersten eigenen Klasse steht. Dazu kommt der währende Druck von Vorurteilen aus dem Umfeld und sogar der eigenen Familie. Beispiele wären Sätze wie: »Du hast doch eigentlich nicht allzu viel zu tun.« oder: »Es gibt doch wirklich noch sehr viel kompliziertere Berufe.« Das stimmt natürlich meistens nicht, aber Vorurteile sind leider Teil unserer Gesellschaft geworden. Zum Glück hat jede Lehrkraft ihre ganz eigene und persönliche Art gefunden, mit solchen Aussagen umzugehen. Eine der befragten Lehrerinnen sagte z.B., wie sie auf solche Vorurteile reagiert: »Ja, aber wenn der Lehrerberuf so einfach ist, wie du denkst, warum bist du denn dann keine Lehrkraft geworden?«
Den meisten schwirrt jetzt wahrscheinlich die Frage im Kopf herum, warum man sich dann überhaupt noch all die Mühe macht, nur um das Studium später abzubrechen oder, wenn man diesen harten Weg hinter sich gebracht hat, zum Dank mit lauter Vorurteilen konfrontiert zu werden.
Eine Frage, die berechtigt ist, wie man am anhaltenden Lehrermangel sieht. Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Zum einem gibt es einfach ganz klare Vorteile, wie z.B. das Gehalt oder die mögliche Verbeamtung. Für die meisten Lehrkräfte gibt es aber noch viel mehr und individuellere Motive. Manchen Lehrer:innen war es schon seit ihrer Kindheit klar, irgendwann diesen Beruf auszuüben. Andere wollten es besser machen als ihre früheren Lehrkräfte, wieder andere hatten sich dagegen von ihren Lehrkräften inspirieren lassen, um Wissen weiterzugeben. Vielen wurde der Hang zur Lehrtätigkeit auch einfach in die Wiege gelegt, weil man z.B. schon in einem sehr von Lehrer:innen geprägten Umfeld aufgewachsen ist. Viele entschieden sich auch dafür, Lehrperson zu werden, weil sie gerne mit Kindern arbeiten und man die Entwicklung eines jeden Kindes hautnah miterleben kann.
Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn es gibt auch eine Zeit, in der man einfach froh ist, keine Schulkinder um sich herum zu haben und nicht durch irgendetwas an die Arbeit erinnert zu werden. Eine Lehrerin tätigte diese Aussage: »Ich bin froh, dass ich so weit weg wohne, weil du nach den letzten Stunden einfach keine Kraft mehr hast und dann noch Schüler von dir zu sehen, könnte ich mir gar nicht vorstellen.«
Man merkt also, dass das Lehrerdasein sehr bunt und vielseitig und auch garantiert nicht jedermanns Sache ist, aber kein:e einzige:r der Lehrer:innen hat am Ende des Interviews gesagt, dass er oder sie sich im Nachhinein doch lieber umentschieden hätte!
verfasst von Felix Barth





