Wir gedenken einem Menschen,
den wir nicht kannten.
Wir gedenken einer Zeit,
die wir nicht erlebt haben.
Wir leben in einer Zeit,
in der WIR Vergangenes lebendig halten müssen,
um Gewesenes NIE wieder geschehen zu lassen!
GEGEN DAS VERGESSEN!
Am Dienstag, dem 3. Juni 2025 verlegte der Künstler Gunter Demnig zwei Stolpersteine in unserer Gemeinde, um an das Schicksal zweier Frauen zu erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden: Rosette Martha Löwenstein und Mariechen Franz.
Wir, die Klasse R7c, hatten die besondere Gelegenheit, an der Verlegung von Brinkums erstem Stolperstein teilzunehmen.
Vor dem Haus Bremer Straße 36, dem ehemaligen Zuhause der Familie Löwenstein, wurde der Stolperstein für Rosette Martha Löwenstein verlegt. Ihre tragische Geschichte zu hören, dass sie am 12. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort ermordet wurde, verdeutlichte uns das unermessliche Leid, das die Opfer ertragen mussten.
Die Verlegung des Stolpersteines in Brinkum erinnert uns daran, dass wir nie vergessen dürfen, was geschehen ist, und dass wir aktiv für Toleranz und gegen das Vergessen eintreten müssen.
Es ist unerlässlich, dass WIR die Geschichten der Opfer hören, sehen und verstehen, um die Wiederholung solcher Gräueltaten zu verhindern.
Die Veranstaltung war ein eindringlicher Appell, die Erinnerung wach zu halten und sich für eine Welt einzusetzen, in der alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Überzeugung in Frieden leben können.
Ein paar Stimmen aus der R7c:
„Ich fand es gut, dass wir dabei waren, weil so etwas wichtig ist, dass die Holocaustopfer nicht in Vergessenheit geraten und man auch anhand der verlegten Stolpersteine sieht, wie viele Menschen wirklich ermordet wurden.“
„Als wir heute bei der Stolpersteinverlegung waren, war es eine ernste, aber schöne Veranstaltung mit Musik und Reden. Ich fand es toll!“
„Ich fand heute gut, dass an die Opfer des Nationalsozialistischen Regimes gedacht wurde.“
„Ich fand gut, dass wir die Opfer des Hitlerterrors nicht in Vergessenheit geraten lassen.“
„Mir hat es sehr gut gefallen, weil es sehr interessant war, die Geschichte des Mädchens Rosette Martha Löwenstein zu hören.“
„Ich fand es toll, dass wir dabei sein durften und es war sehr interessant, einmal zuzusehen, wie man Stolpersteine verlegt.“
„Ich fand die Musik von „Cladatje“ gut, weil sie sowohl traurig als auch positiv stimmte. Die Rede von Herrn Korte hat mich auch sehr im Herzen berührt.“
„Ich finde es sehr gut, dass an die Menschen, die damals getötet wurden, erinnert wird.“
„Ein kleiner Stein, doch voller Geschichte, voller Schmerz. Es war ein stiller Moment, der gezeigt hat, wie wichtig Erinnerung ist.“
„Ich fand es sehr schön, dabei gewesen zu sein, weil ich denke, dadurch wurde man zum Nachdenken über die Opfer des NS-Regimes angeregt und es war eine sehr emotionale Veranstaltung.“
„Das war etwas Besonderes, da man es vielleicht nur einmal im Leben erlebt und dann mit einer tollen Klasse dabei gewesen zu sein, das stärkt die Klassengemeinschaft.“
Ein paar Stimmen aus der G9:
Stolpersteinrede für Mariechen Franz Wir - Franka, Noemia, Rayan und Zoe - nehmen an der Stolpersteinverlegung teil, um an Mariechen Franz zu erinnern, die mit nur 17 Jahren im KZ Ravensbrück unter der nationalsozialistischen Herrschaft starb. Mariechen wurde 1927 geboren. Direkt nach ihrer Geburt wurde ihrer Mutter fälschlicherweise mitgeteilt, dass ihr Kind tot sei. Sie wuchs bei einer evangelischen Pflegefamilie auf. Als ihre leibliche Mutter später den Kontakt zu ihr suchte, wurde dieser vom Jugendamt verweigert - aus rassistischen Gründen, da man Mariechen als „Zigeunerin" bezeichnete. Mit 14 Jahren musste sie ihre Pflegefamilie verlassen und in einem Kindergarten der NS-Volkswohlfahrt arbeiten. Später kam sie in ein Mädchenheim und wurde in eine Bremer Nervenklinik eingewiesen. 1944 wurde sie nach Auschwitz deportiert und schließlich ins KZ Ravensbrück, wo sie im selben Jahr starb. Ihr Schicksal erinnert uns daran, wie kostbar Freiheit und Demokratie sind. Wir leben heute in Sicherheit und mit Rechten - für Jugendliche wie Mariechen war das damals nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, die Vergangenheit nicht zu vergessen, sich gegen Rechtsextremismus zu stellen und Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen.
Presseartikel:
https://www.weser-kurier.de/landkreis-diepholz/gemeinde-stuhr/gemeinde-stuhr-erstestolpersteine-von-gunter-demnig-verlegt-doc80x0msmr485clj9eaeg
https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/stuhr-ort52271/stolpersteine-fuer-rosettemartha-loewenstein-und-maria-franz-in-stuhr-93767668.html
Gemeinde-Info:
https://www.stuhr.de/portal/meldungen/gegen-das-vergessen-verlegung-von-stolpersteinen-inbrinkum-und-heiligenrode-am-3-6-2025-900004453-21780.html



