Am 21.11.2025 um 17:30 Uhr war es soweit. 33 Schüler*innen der Jahrgänge 6-9 aus Realschul- und Gymnasialzweig versammelten sich aufgeregt vor dem Gebäude und warteten darauf reingelassen zu werden. Das Ziel: Eine Nacht voller Mathematik in der Schule. Die Schlafplätze wurden hergerichtet, letzte Absprachen getroffen und gespannt dem Countdown zugeschaut.
Um 18 Uhr die Enttäuschung - der Server der Mathenacht, welche aus Schleswig Holstein stammt, war zusammengebrochen. Erste Lektion: Mathematik bedeutet viel Geduld.
Die Enttäuschung wurde schnell überwunden, als es um 18:45 Uhr hieß: Frau Scholtyssek kommt mit Zetteln die Treppe hoch!
Auf einmal wurde es ganz still. In verschiedenen Räumen brüteten Kleingruppen über verschiedene Aufgaben. So musste eine Art Sudoku gelöst werden, herausgefunden werden wo sich Hase und Igel treffen und Muster aus Streichhölzern analysiert werden. Die Aufgaben hatten es ordentlich in sich. Die Freude war riesig, als die ersten Lösungseingaben grün wurden. Die Enttäuschung war jedoch ebenso groß, als die ein oder andere Aufgabe auch nach dem dritten und vierten Versuch immer noch rot blieb.
Aber die Schüler*innen gaben nicht auf und beim genauen Lesen der Aufgaben stellte sich so manches Mal heraus, dass lediglich der falsche Wert angegeben wurde. Zweite Lektion: Die Aufgabenstellung muss genau gelesen werden.
Während Herr Jacobs den ein oder anderen Denkanstoß bei den älteren Schüler*innen gab, wurde Frau Wedler von ihren Sechstklässler*innen umringt. Und so lösten sie immer wieder Aufgaben, auch noch lange nachdem Frau Wedler längst gehen durfte: "Ich kann jetzt nicht aufhören, wir müssen erst die Aufgabe schaffen!" Doch obwohl immer mehr Aufgaben gelöst wurden, blieben sowohl in der Gruppe der 6. und 7. Klässler, als auch in der Gruppe der 8. und 9. Klässler einige wenige Aufgaben scheinbar unlösbar.
Die älteren Schüler*innen kämpften nur noch mit zwei Geometrieaufgaben und selbst die Lehrkräfte konnten eine Kreisaufgabe nicht lösen. Schlussendlich schlug eine Schülerin vor einfach mal "12" einzutippen, irgendeine Zahl müsste es ja sein...der Wahnsinn! Wir wissen zwar leider immer noch nicht warum, aber es war die richtige Antwort!
Und so versammelte sich die kleine Gruppe der 8. und 9. Klässler um Frau Scholtysseks Laptop, um auch die letzte Aufgabe noch mit Hilfe von Geogebra zu lösen. Zwei der drei Teilaufgaben hatten die Schüler*innen bereits selbst konstruiert, doch die dritte wollte einfach nicht klappen. Irgendwie kam jedes Mal etwas anderes heraus! Und so mussten die Schüler*innen die dritte Lektion lernen: Geogebra rundet Werte. Große Verzweiflung machte sich breit und so half nur eins, der Telefonjoker. Kurzer Hand wurden alte Unikontakte reaktiviert und nachts um halb zwei aufgefordert die Aufgabe zu lösen. Und dann kam die ersehnte Nachricht: Zeitgleich konnten sowohl Frau Bode, als auch der Telefonjoker die Aufgabe lösen. Erstere gab jedoch zu, dass der gefundene Lösungsweg erst ab Jahrgang 10 geeignet sei. Und so erreichte der Jahrgang 8 und 9 mit etwas Glück und Unterstützung und vielen eigenen Lösungen um Punkt 2 Uhr die Runde 2! Und die Motivation ließ nicht nach: so wurden auch noch am frühen Morgen zusammen mit Frau Bruns und Herrn Fallar die ein oder andere Aufgabe gelöst.
Die jüngeren Teilnehmer*innen hingegen mussten noch länger Willensstärke zeigen und so verabschiedeten sich verständlicherweise nach und nach einige Schüler*innen ins Bett. Doch ein Kern von Schüler*innen blieb hartnäckig. Und so wurden fröhlich die neu angekommenen Lehrkräfte um 12 Uhr in Beschlag genommen. Frau Bode und Herr Schellenberg schaffen die Aufgaben im Gegensatz zu Frau Scholtyssek bestimmt! Und tatsächlich die ein oder andere Aufgabe wurde noch gelöst. Doch die Streichholzaufgabe sollte einfach nicht gelingen und dabei hatten alle Schüler*innen und Lehrer immer wieder dieselbe Lösung raus. Es folgte die letzte Lektion: Auch Lehrkräfte wissen nicht alles, vor allem nicht mitten in der Nacht.
Doch am frühen Morgen die Erleichterung. Mit Frau Koopmann gelang es nun doch die Aufgabe zu knacken und so konnte auch um 5 Uhr die Gruppe der Sechst- und Siebtklässler*innen jubeln: Willkommen in Runde 2!
Gegen halb sieben verließen nach und nach sehr müde, aber auch sehr glückliche Schüler*innen die Schule, nachdem alle Spuren einer sehr aufregenden Nacht beseitigt wurden. Und alle waren sich einig: So eine Nacht mit Mathematik ist doch viel toller, als es klingen mag!
Autorin: Frau Scholtyssek



